Viel Lärm um nichts sieht anders aus

März 8, 2008 · Abgelegt unter Fluglärm 

Die zaghaften Anfragen um zunehmenden Fluglärm in Leipzigs
Randgebieten verhallen bislang ungehört – kein Wunder, bei den fast
täglich über bewohntem Gebiet startenden Frachtmaschinen. Für die
Anwohner einiger Gebiete wird der nahe Flughafen Leipzig/Halle zum
Proble: Die Wählervereinigung Leipzig hat sich deshalb in einem
Unterstützungsschreiben an die Ortschaftsräte von Lindenthal,
Lützschena-Stahmeln und Böhlitz-Ehrenberg gewandt. Auch
Flughafenchef Erik Malitzke erhielt heute eine offizielle Anfrage.

„Die Aussage, dass die neue Start- und Landebahn Süd inklusive des
Vorfeldes zu einer Lärmentlastung führen würde, hat sich ins Gegenteil
verkehrt“, so heißt es in dem Schreiben an den Flughafenchef. Durch den
anhaltenden und sogar steigenden Lärm sinken die Investitionen in den
betroffenen Gebieten, auch Grundstücks- und Immobilienpreise fallen rapide
ab. Deshalb hat die Wählervereinigung als Vertreter von über 11.000
Leipzigern nun bei Malitzke eine Stellungnahme eingefordert. Vor allem die
neue Südabkurvung ist dabei ein Streitpunkt: Der bestehende
Planfeststellungsbeschluss wird bislang nicht in die Tat umgesetzt – in der
Realität meiden zu viele und zu laute Maschinen den Bogen und fliegen direkt
über bewohntes Gebiet (u.a. Lindenthal, Lützschena-Stahmeln und Böhlitz-
Ehrenberg). Dies, so die WVL, belaste die Einwohner über das erträgliche Maß
hinaus.

In Hinblick auf die betroffenen Ortschaften sichert die Wählervereinigung auch
in Zukunft volle Unterstützung zu, was die Durchsetzung bestehender
Beschlüsse angeht. Außerdem will die WVL die Einschränkung der
Nachtflugerlaubnis ausschließlich auf Expressguttransporte und Fluggerät mit
geringer Lärmentwicklung unterstützen und fordert eine gerechtere
Zusammensetzung der Fluglärmkommission, in die bislang kein Mitglied der
neu betroffenen Ortschaften mit aufgenommen wurde.

Die WVL hat Malitzke gebeten, bis zum 15. März Stellung zu nehmen und wird
danach entscheiden, wie sie als Stadtratspartei weiter verfährt.