Gemeinsam gegen die Krise: WVL fordert Stadtverwaltung zum gemeinsamen Handeln auf

Februar 14, 2009 · Abgelegt unter Allgemein, Wirtschaft 

Nach dem düsteren Konjunkturbericht des IHK-Präsidenten Wolfgang Topf und den negativen Ankündigungen der Posttochter DHL zu Kurzarbeit fordert die Wählervereinigung Leipzig Oberbürgermeister Jung (SPD) auf, einen „Tisch der gesellschaftlichen Vernunft“ zu initiieren.

„Die Sprachlosigkeit und Untätigkeit der Stadtverwaltung kann nicht länger hingenommen werden“, so WVL-Mitglied Tim Elschner. Die Wählervereinigung Leipzig (WVL) fordert deshalb Oberbürgermeister Jung (SPD) auf, zügig eine „konzertierte Aktion“ einzurichten. Mit der „konzertierten Aktion“ sollen alle am Wirtschaftsprozess beteiligten Institutionen Leipzigs aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften ihr Verhalten aufeinander abstimmen, um die Wirtschaftskrise zu überwinden. Einzelinteressen müssten hinter die Erfordernisse der Gesamtwirtschaft zurück gestellt werden, so Elschner: „Die Wählervereinigung steht im Interesse aller Leipziger Bürger und Unternehmer bereit, um sich bei Gesprächen konstruktiv einzubringen. Wir müssen jetzt der Krise begegnen, wenn wir nicht später die Scherben aufsammeln möchten.“

Der Leipziger IHK-Präsident Wolfgang Topf geht davon aus, dass die Finanzund Wirtschaftskrise 2009 auch in Leipzig ihre Spuren hinterlassen und so manches Unternehmen vom Markt fegen wird. Er sprach bei der Vorstellung des Konjunkturberichts in dieser Woche von der größten Bewährungsprobe seit Anfang der 90er Jahre.

Nach dem Einbruch im Fahrzeugbau bei BMW und Porsche bekommt nun auch das Luftfrachtdrehkreuz der Post-Expresstochter DHL am Flughafen Leipzig/Halle die Wirtschaftskrise zu spüren. Der Logistikdienstleister will mit einer kürzeren Arbeitszeit am Standort Schkeuditz auf geringere Umschlagsmengen reagieren. Die Arbeitszeit für die Mitarbeiter soll verkürzt werden. Vor allem Beschäftigte, die Flugzeuge be- und entladen, sollen freiwillig statt 40 nur 30 Stunden wöchentlich arbeiten. Das Unternehmen betont: Niemand werde zu verkürzten Arbeitszeiten gezwungen, aber auch niemand wird entlassen.

Doch spätestens jetzt ist offensichtlich, die Krise ist auch in Leipzig angekommen und spürbar. Aber die Kommunalpolitik allen voran Oberbürgermeister Jung (SPD) und Wirtschaftsbürgermeister Albrecht (CDU) schweigen. Wenn es nach der Wählervereinigung geht, wird dieses Schweigen in Kürze durch einen runden Tisch und durch sichtbare Zeichen gebrochen.