Wählervereinigung Leipzig fordert zukunftsweisendes Gesamtverkehrskonzept für die Stadt und kritisiert die Preiserhöhung des MDV scharf

März 13, 2009 · Abgelegt unter Bürgerrecht, Infrastuktur / Verkehr, Stadtentwicklung, Umwelt 

Mit den angekündigten Tarifanhebungen zum 1. August im MDV-Gebiet stehen treuesten Kunden des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) Verteuerungen von bis zu 7% ins Haus. Gleichzeitig wird bei Vertretern der Stadt in der Diskussion um die Einführung einer Umweltzone für das Leipziger Stadtgebiet auf einer scheinbar widersprüchlichen Faktenlage eine solche nicht ausgeschlossen.
„Augenscheinlich ist bei alledem aber, dass es der Stadt an einem zukunftsweisendem Gesamtverkehrskonzept auch unter Einbeziehung des Leipziger Umlandes bis heute fehlt“, so der verkehrspolitische Sprecher der Wählervereinigung Leipzig (WVL) Falko Bestfleisch und fordert gleichzeitig dieses von der Stadt dem Bespiel anderer deutschen Städte folgend ein.

Aus Sicht der Wählervereinigung hat sich der Verkehr auch in Leipzig zu einem kommunalen Umweltproblem ersten Ranges entwickelt. Der Straßenverkehr ist die Hauptlärmquelle in den Städten und trägt dadurch entscheidend zu lärmbedingten Gesundheitsschäden und zur Minderung der Aufenthaltsqualität auf und an den Straßen bei. Auch die Abgasemissionen sind noch zu hoch und führen zu weiteren gesundheitlichen Schäden.

Die Wählervereinigung Leipzig (WVL) spricht sich deshalb für die Einrichtung eines „runden Tisches“ unter Federführung des Amtes für Umweltschutz aus, an dem unter anderem neben politischen Verantwortungsträgern, Vertretern des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes sowie der Leipziger Verkehrsbetriebe auch Umweltaktivisten teilnehmen sollen, um so ein umsetzungstaugliches Gesamtverkehrskonzept zu erarbeiten. „Auch die Koordination unter den Leipziger Ämtern hinsichtlich verkehrsplanerischer Fragen muss verbessert werden“, so Bestfleisch. Des weiteren sollen die Leipzigerinnen und Leipziger in die Diskussionen über ein Gesamtverkehrskonzept mit einbezogen
werden, da auch diese sicherlich gewillt sind, im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung und einem sauberen Leipzig ihren Beitrag zu leisten. Die Wählervereinigung Leipzig wird sich jedenfalls an den Debatten konstruktiv beteiligen, dabei allerdings nicht die verschiedenen Interessensgruppen gegeneinander ausspielen.

Ein verbindliches Ziel eines Gesamtverkehrskonzeptes muss ferner der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten konsequente und notwendige Ausbau des ÖPNV mit einer attraktiven Preisgestaltung sowie insbesondere einer besseren Taktung sein. Die für den 1. August 2009 angekündigte Preiserhöhung des MDV, die Abo-Kunden betrifft, kritisiert Bestfleisch in diesem Zusammenhang scharf. Der Einführung einer Umweltzone steht die Wählervereinigung Leipzig grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Die Wählervereinigung will allerdings die Einführung einer solchen erst mit der Verabschiedung eines Gesamtverkehrskonzeptes für die Stadt.