Fluglärmkommission: Entscheidung zwischen Pest und Cholera?

April 7, 2009 · Abgelegt unter Fluglärm 

Wählervereinigung kritisiert den erneuten Ausschluss von Bürgerinitiativen

Die Geheimniskrämerei geht weiter. Bereits am 23.März 2009 fand eine Sitzung unter Federführung des Amtes für Umweltschutz (Freifrau von Fritsch) mit den Vorsitzenden der Ortschaftsräte und weiteren Stadtverordneten statt. Zu dieser Sitzung wurden die Bürgerinitiativen ausdrücklich nicht zugelassen. Hinter verschlossenen Türen tagte dann auch am 25. März die Fluglärmkommission. Natürlich ohne Einbeziehung der Bürgerinitiativen wurde erneut über Alternativen zur gegenwärtig beflogenen Südabkurvung diskutiert. Solange die Südabkurvung allerdings nicht ersatzlos gestrichen wird, wird jeder Vorschlag der Kommission eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera für die Betroffenen sein, ist die Wählervereinigung Leipzig der Auffassung.

Arnold Winter, Spitzenkandidat der Wählervereinigung im Wahlkreis 8 (Möckern / Wahren / Lützschena-Stahmeln / Lindenthal / Gohlis-Süd/ -Nord) erinnert in diesem Zusammenhang an einen Ausspruch von Robert Koch (1843 – 1910), der bereits in weiser Voraussicht feststellte, dass eines Tages der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müsse wie die Cholera und die Pest. Diese Erkenntnis scheint aber noch nicht bei den Mitgliedern der Fluglärmkommission angekommen zu sein.

Die Manager des Flughafens und die Verantwortlichen der Kommunal- und Landespolitik versuchen auch weiterhin bei ihrer Entscheidungsfindung, bürgerschaftliches Engagement, Objektivität und Fachkompetenz offensichtlich vollständig auszublenden. Ein besonderes Ärgernis für Arnold Winter ist, dass die betroffenen Bürger zudem seit Jahren mit Halbwahrheiten und Fehlinformationen abgespeist werden. „Sollen die Betroffenen bewusst in die Irre geführt werden oder aber sind die Entscheidungsträger schlicht inkompetent?“ stellt sich Winter verbittert die Frage. Außerdem werden die Ortsvorsteher und Stadtbezirksbeiräte, die zur Vorberatung am 23.03.2009 geladen waren, aufgefordert, noch vor den Wahlen zum Thema „Südabkurvung“ eindeutig Position zu beziehen.

Im Namen der Wählervereinigung fordert Winter weiter, dass endlich auch alle verfügbaren Informationen offen auf den Tisch gelegt werden müssen, so dass verloren gegangenes Vertrauen insbesondere bei den Betroffenen wieder gewonnen wird.

Um allen Lärmgeplagten eine Stimme im künftigen Stadtrat zu geben, entschlossen sich gleich fünf parteilose Fluglärmgegner, Flagge zu zeigen. Sie kandidieren auf den Listen der Wählervereinigung für den Stadtrat. Mehr Ehrlichkeit, Transparenz und Bürgerbeteiligung wollen Lärmgegner wie Dr. Lutz Weikert, Arnold Winter, Bert Sander, Udo Berger und Lars Kirchhoff durchsetzen, wenn ihnen der Einzug mit Hilfe der Wähler in den Stadtrat gelingt. Die Genannten sind schon seit Jahren in den Bürgerinitiativen „Gegen die neue Flugroute“ und „Gegen Flug- und Bodenlärm“ im Nordwesten unserer Stadt aktiv tätig.