Wählervereinigung Leipzig fordert „aktuelle Stunde“ zur Wirtschaftskrise vor den Stadtratswahlen

April 25, 2009 · Abgelegt unter Wirtschaft 

Nach Angaben von Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Leipzig, ist die Wirtschaftskrise nun auch in Leipzig angekommen. Bereits im Februar hat die Wählervereinigung Leipzig (WVL) Oberbürgermeister Jung (SPD) aufgefordert, einen „Tisch der gesellschaftlichen Vernunft“ zu initiieren. Die LVZ berichtete. Nachdem dies nicht geschehen ist, erneuert die WVL ihre
Forderung angesichts der alarmierenden Zahlen und fordert zugleich eine „aktuelle Stunde“ vor den Stadtratswahlen am 7. Juni 2009.

Laut Hofmann ist der monatliche Gesamtumsatz der Industrieunternehmen ab 50 Mitarbeitern in der Stadt Leipzig binnen eines Jahres von 956 Millionen Euro im Januar und Februar 2008 um 37 Prozent auf 602 Millionen Euro in diesem Jahr gesunken ist. Die Exportquote hat sich zudem in diesem Bereich im gleichen Zeitraum von 55,1 Prozent auf 50,9 Prozent verringert.

Die Wählervereinigung Leipzig fordert deshalb nochmals Oberbürgermeister Jung (SPD) und Wirtschaftsbürgermeister Albrecht (CDU) auf, endlich eine „konzertierte Aktion“ einzurichten. Mit der „konzertierten Aktion“ sollen alle am Wirtschaftsprozess beteiligten Institutionen Leipzigs aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften ihr Verhalten aufeinander abstimmen, um die Wirtschaftskrise zu überwinden. Einzelinteressen müssten hinter die Erfordernisse der Gesamtwirtschaft zurück gestellt werden, so Tim Elschner, Sprecher der Wählervereinigung Leipzig.

Neben dem produzierenden Gewerbe ist unter anderem mittlerweile auch erkennbar der Leipziger Einzelhandel von der Krise betroffen. Das insbesondere sichtbare Geschäftesterben in der Innenstadt und die ungewisse Zukunft des Karstadt-Hauses in der Petersstraße sind weitere besorgniserregende Signale.

„Die Wählervereinigung steht im Interesse aller Leipziger Bürger und Unternehmer bereit, um sich bei Gesprächen konstruktiv einzubringen. Wir müssen jetzt endlich der Krise begegnen, wenn wir nicht später die Scherben aufsammeln möchten.“, so Elschner.

Die Wählervereinigung Leipzig ist außerdem von der Ratsversammlung bitter enttäuscht, dass bis heute die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen für Leipzig nicht in einer aktuellen Stunde behandelt worden sind. Hierzu hat der Stadtrat auf seiner letzten Sitzung im Mai vor den Kommunalwahlen noch die Gelegenheit.