Schlagabtausch beim Politbrunch ?

Mai 3, 2009 · Abgelegt unter Allgemein 

„Im Wahlkreis 7 sind die Bewerber für den neuen Stadtrat zum ersten Mal aufeinandergetroffen. Bei einem Politbrunch, den die Arbeitsgemeinschaft Gemeinwesen im Theater der Jungen Welt organisiert hatte, kamen unerwartet viele Wähler, um den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen.“ kann die LVZ am Dienstag vom Beginn des Lindenauer Wahlkampf-Glockenläutens am 26.04. berichten. Das hier allen Kandidaten auf den Zahn gefühlt werden konnte, ist Quatsch. Denn nicht mal alle Spitzenkandidaten für den Wahlkreis 7 durften befragt werden. Die kleinen Parteien, die vielleicht ein bisschen den Gedanken hegen, dass es wie bisher nicht mehr weitergehen darf, waren nicht geladen. Gut, dass eine Menge im Publikum waren.

Die führenden Köpfe der SPD, Linke, CDU, FDP und der Grünen stellten sich den vorgegebenen Fragen der Moderatorin. Für ein „Hauptproblem“, die Georg-Schwarz-Strasse, konnte so keiner richtig eine
Handlungsoption aufzeigen. Die Zeit zur Beschäftigung fehlte. Aber die Kompetenz der Kollegen wird das schon richten. Gut, dass die FDP den Frontmann des Wahlkreises 5 schickte und der dem scheinbar am besten vorbereiteten Rüdiger Ulrich von der Linken die Frage „Was haben Sie den die letzten 20 Jahre für Alt-West getan?“ bieten konnte. So erhellte die darauf folgende offene Diskussion zu seiner Qualifikation als Zugereister ein bisschen die total fehlplatzierten Gedanken zum Schleußiger Parkplatzproblem. Aber Themen sind nicht nötig, wenn man die Universallösung im Rücken hat.

Hobusch und Richert (FDP und CDU) setzen auf die Kraft der Investoren. Eine Privatisierung von LWB-Wohnungen wird umliegende Gebiete mit hinaufziehen und das EKZ am Lindenauer Markt die Sorgen der Bürger beheben. Die Nachricht lautet: „Der Markt richtet es!“ Feine Sache, an der man zweifeln kann und sollte.

Dank an Michael Kölsch der mit feinem Gehöhr das Thema „Fluglärm“ im Nebensatz anstimmte. Im „Schlagabtausch“ konnte auch dem Vertreter der Wählervereinigung Bert Sander, das Todschlagsargument „Wollen Sie etwa den Flughafen nicht?“ ins Publikum zurück geschleudert werden.
„Natürlich. Aber es gilt anzuprangern, dass die Probleme der Betroffenen nicht mehr beachtet werden, wo diese doch erst in undurchsichtigen Entscheidungsvorgängen an diesen vorbei festgemauert wurden.“ Die folgende Forderungen nach Transparenz und Bürgerbeteiligung auch in allen anderen kommunalen Entscheidungsgebieten, Grundforderung der Wählervereinigung, ging schon im entrüstetem Zwischenrufen der Podiumsbesetzer unter. Man soll doch nicht am alten rütteln!

Schulze (SPD) brachte mit der Problembenennung Odermannstraße das obskure Argument, dass Nichterwähnen die Angelegenheit die Sache von alleine heilt, ans Licht. Besorgniserregend, dass das von vielen zu vernehmen war. Eigentlich wie damals. Jetzt führen wir aber schon bevor die Nazis in der Macht sind, bedenklich völkerrechtswidrige Kriege, grenzen „Andersartige“ aus und loben die
deutschen Tugenden. Gut auch, dass die Linke Zahlen über die im Stadtvergleich sehr negativen Sozialwerte im „alten Westen“ ansprach. Sie wurden leicht grummelnd zur Kenntnis genommen, gesagt
hat keiner etwas dazu.

Gesprochen scheint genug. Wir sollten langsam HANDELN!

WK7 – Sander, Kuzaj, Körner, Kietz für die Wählervereinigung Leipzig (WVL).

Wir stehen speziell im WK7 für Bürgerbeteiligung und Aufdeckung der Klüngelei momentan am Beispiel Fluglärm und Kultur, die Belange aller Ortschaften, für die endlich emanzipierte stadtplanerische und sozialintegrative Beachtung des Wahlkreises und für gemeinsame Aktivitäten unserer Bewohner. Es darf in unserem Stadtbezirk und nirgendwo nationales und nazistisches Gedankengut seine Heimat finden.

Wir wollen das wieder alle Mittun. Heraus zum 07.06.2009. Wählen gehen!

gez. Karsten Kietz