„Lärmopfer brauchen Sitz und Stimme im Stadtrat“ – von Arnold Winter

Mai 29, 2009 · Abgelegt unter Fluglärm 

Leserbrief zur Finanzspritze von 2,6 Millionen Euro (LVZ vom 12.05. 2009, „Airport: Rathaus plant Millionenhilfe“) und zum aktiven Lärmschutz am Flughafen

„An vielen Flughäfen ist aktiver Lärmschutz möglich, nur in Leipzig geht nichts!
Sehr erstaunt habe ich zur Kenntnis genommen, dass die von der Mitteldeutschen Flughafen AG (Betreiber des Flughafen Leipzig/Halle) geforderte Finanzspritze zur Kapitalerhöhung für die Stadtverwaltung kein großes Problem darstellt. Das Erstaunen darüber ist umso größer, da mir in einer der letzten Ratssitzungen auf meine Einwohneranfrage hin mitgeteilt wurde, dass für Lärmschutzmaß-nahmen (Bahn-, Straßen- und Fluglärm) auf Grund der derzeitigen Finanzsituation kein müder Euro locker gemacht werden kann.
Für noch mehr Flug- und Bodenlärm stehen sofort finanzielle Mittel zur Verfügung, für aktiven Schutz der Anwohner haben die Stadtverwaltung und der OBM kein Gehör. Auf der einen Seite ist in Leipzig alles möglich, und auf der anderen Seite geht absolut nichts.

So wurde mit gewaltigen Steuergeldern die neue Start- und Landebahn Süd gebaut, die vorwiegend durch ein Privatunternehmen genutzt wird. Zum Dank bekommt der Steuerzahler mächtig etwas auf die Ohren. Besitzt der gebeutelte Steuerzahler dann noch die Unverfrorenheit zu fragen, ob von seinen Steuergeldern auch etwas zu seinem Schutz getan werden kann, wird er mit dem Hinweis auf äußerst komplizierte Zuständigkeiten, fehlende finanzielle Mittel und komplizierte gesetzliche Regelungen abgespeist. Die Anwohner des Flughafens Leipzig/Halle fragen sich erstaunt, warum ist in Leipzig unmöglich, was an anderen Airports, z.B. am Flughafen Schipol in Amsterdam (Lärmschutzwall) problemlos geht. Da fragt man sich schon, soll es so weitergehen oder kann der Wähler da vielleicht doch etwas ändern? Sollte man das Superwahljahr nicht doch zur Veränderung der bestehenden Verhältnisse nutzen? Wenn der Wähler es will, erhalten die Lärmopfer auch Sitz und Stimme im Stadtrat. Man kann nur hoffen, dass recht viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.“

von Arnold Winter, Wahlkreis 8