Google Street View Leipzig

Januar 8, 2011 · Abgelegt unter Allgemein, Stadtentwicklung, WV-Leipzig 

Seit dem 18. November nun sind die Straßenansichten Leipzigs auf „Google Street View“ in der ganzen Welt zu „bestaunen“.

Wo anfangs unter den Bürgerinnen und Bürgern sowie Hauseigentümern eine große Skepsis und Abneigung bestand, dass ihr vom Grundgesetz gegebenes Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung vom US-Unternehmen Google beschnitten werden würde, muss man nun konstatieren, dass offenbar alles halb so schlimm ist, wie zunächst vermutet.

Ganz im Gegenteil tun die Bilder aus den Jahren 2008 – 2009 niemanden so richtig weh und die proklamierte Erhöhung von Wohnungseinbrüchen ist offenbar auch ausgeblieben. Konkret findet sich im Internet ein „kunterbuntes Zusammengestoppel aus verschiedenen Jahreszeiten und ein großes Lückenpuzzle“ (LVZ vom 22.11.2010, Seite 19) der Straßen der Messestadt. Winter und Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, Sommer und strahlender Sonnenschein am Hauptbahnhof, Baustelle an der Universität und ein halbfertiges Paulinum, ein Blick in die Mädler-Passage und Auerbachs-Keller sowie in die über die Stadtgrenze hinaus bekannte Kneipenmeile Drallewatsch fehlt ebenso wie die Nikolaikirche, als Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen 1989 oder das Alte Rathaus.

Während viele andere Städte Deutschlands den Internetnutzer auf der ganzen Welt einladen, sich die Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt vom heimischen Wohnzimmer aus zu bestaunen (Dresden mit Semperoper und Frauenkirche, Berlin mit dem Schloss Bellevue sowie der Museumsinsel, der Dom in Köln etc.) und ihn damit indirekt auch einladen in die Stadt zu reisen, präsentiert sich die Messestadt mit Bildern von vorgestern dem interessierten Publikum.

Wir fordern die Stadträte daher auf für einen Beschluss zu votieren, welcher den Oberbürgermeister beauftragt in Kontakt mit dem Google Unternehmen zutreten. Dabei soll überprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, ausschließlich die Sehenswürdigkeiten Leipzigs in Google Street View nachträglich einzubinden und damit etwaige Rechte Dritter nach dem Bundesdatenschutzgesetz unangetastet zu lassen.

Mehr Informationen dazu finden Sie HIER (LVZ online)