Opfer üben immer Solidarität.

September 22, 2011 · Abgelegt unter Fluglärm, Umwelt, Verkehr 

Wenn im Leipziger Bundesverwaltungsgericht Recht gesprochen wird, werden oft die engen Verbindungen von Leipziger Initiativen und denen beschwerde- oder klageführender anderer Städte pragmatisch gezeigt. Denn gleiche Sorge verbindet. Und aus so etwas entwickelt sich dann landläufig ein „Netzwerk“.

Die IG Nachtflugverbot und die vielen anderen kleinen und großen aktiven Bürgerinitiativen Leipzigs und Halle`s standen zur Protestveranstaltung zum Beginn der Beratungen des Bundesverwaltungsgerichtes über die Nachtflugregelung für den neuen Großflughafen Berlin Brandenburg International BBI den dortigen Leidensgenossen solidarisch zur Seite.

Immerhin werden Leipzigs in dieser Sache aktive Bürger, wie Peter Richter vom FLUG e.V. Für Lärm-, Umwelt- und Gesundheitsschutz ausführte (sh. Beitrag L-iz.de), einen Impuls für die laufende Klage der hiesigen Lärmschützer vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erhalten.

Udo Berger, WVL-Stadtrat, erinnert gleichlautend an die Klage der Grünen Liga vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen gegen die kurze Südabkurvung, Bert Sander [WVL] erläutert die Gedanken seines im Stadtrat problematisierten Antrages zum Auftrag und der Zusammensetzung der Fluglärm-Kommission. Viele Aktivitäten in dezentralisierten, aber gut vernetzten Strukturen.

Das der Ehrenvorsitzende der Bürgervereine Berlin Brandenburg (BVBB) Ferdi Breidbach vor dem ehemaligen Reichsgericht mit seiner Begrifflichkeit „Frühkapialismus“ und „Ellenbogengesellschaft pur“ eine gesellschaftliche Rückentwicklung nachfragt, sollte nachdenklich stimmen.

Denn „das Nachtflüge zur Daseinsfürsorge gehören“, wird für die Männer, Frauen und Kinder, die von den aus Leipzig geflogen kommenden Panzern und GI`s das Haus oder gar ihr Leben weg geschossen bekommen, ein übler Scherz sein. Wir fragen uns doch schon lange nicht mehr, warum in Leipzig und andernorts überhaupt interkontinentaler Militärflugverkehr stattfindet? Wir glauben lieber das, was uns so erzählt wird?

Peter Reinerts Ausspruch zum Sinn der militärischen Nachtflüge (sh. Beitrag L-iz.de) kann auch als Frage gestellt werden: „Ist es notwendig, Panzer im Schutze der Dunkelheit von Leipzig aus zu fliegen, damit es keiner sieht?“

Karsten Kietz [WVL]

Foto © Gernot Borriss L-iz.de