Leises Leipzig?

Oktober 14, 2011 · Abgelegt unter Fluglärm, Umwelt 

Die LVZ meldet, und zwar gleich auf der ersten Seite ihrer Ausgabe vom 21. Sept., unter der Überschrift „Leises Leipzig“: „Leipzig gehört […] zu den Stillen im Lande. Lärm ist [in dieser Stadt] beinahe fremd.“

Die Autoren dieses Artikels stützen ihr Urteil auf eine jüngst vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik erarbeitete Studie zum Umgebungslärm. Leiden etwa demnach die u. a. durch den uneingeschränkten nächtlichen Flugverkehr am Leipziger Airport lärmgeplagten Bürger an Phantomschmerzen? Ein Blick in die Untersuchung des Instituts klärt auf: Die Studie beruht auf Lärmkarten, die den Stand von 2006 beschreiben und zudem nur etwa 50 Prozent des Leipziger Stadtgebiets berücksichtigen. So ist der heute „verlärmte“ Norden (Flughafen, Güterverkehrsring, Porsche usw.) in dieser Lärmkartierung nicht ausgewiesen. Und überhaupt, 2006 gab es noch keinen DHL-Nachtflugverkehr. Dessen ungeachtet lässt sich die LVZ zu der Feststellung hinreißen, dass die „Hauptquelle des Lärms in Leipzig der Verkehr auf Straße und Schiene ist, nicht die Industrie und nicht der Flugbetrieb“.

Die Studie des Fraunhofer-Instituts basiert auf von vornherein ausgewiesenen und definierten Voraussetzungen. Was aber sind die Voraussetzungen des besagten LVZ-Artikels? Berechnung oder Gedankenlosigkeit oder eine Mischung aus beidem?

Bert Sander [WVL]