Die Stadt Leipzig darf beim Flughafen weiter 2,1% mitbestimmen und -bezahlen

Dezember 19, 2011 · Abgelegt unter Fluglärm, Verkehr, Wirtschaft 

Ein Kommentar zur Entscheidung um die Leipziger Anteile an der Mitteldeutschen Flughafen AG

Es ist scheinbar besonders wichtig, dass Leipzig seine Stimmrechte an der Flughafen AG erhält, damit das Leipziger Drehkreuz nicht urplötzlich nach Torgau zieht und sich Leipzig seine weitere Entwicklung als Logistik-Standort abschminken könnte? Denn dann würden vielleicht auch Porsche, BMW und mach andere wirtschaftliche Ansiedlung in Leipzig ihre Hallen zuschließen und hinterher ziehen? „Denn wir profitieren vom Flughafen, unredlich und unehrlich, dieses zu bestreiten“, „Anteile zurück zu fahren, wäre ein falsches Signal“ sind durch das Leipziger Zentralorgan veröffentlichte Aussagen unserer Stadtpolitiker. Selbst FDP-Grande Hesselbarth erinnert an die wirtschaftlichen Impulse, die die Logistikbranche in Leipzig ausgelösst hat. Unser Oberbürgermeister spricht die Vorteile aber klar und direkt an: Arbeitsplätze, Entwicklung und wirtschaftliche Prosperität.

Eigentlich klar, oder? Wenn das nichts Greifbares und für jeden verständlich vereinfachte Begrifflichkeit ist! Und garantiert in mindestens einem ehrlich bezahlten Gutachten von einem Super-Fachmann bestätigt.

Das sich zu diesem Thema in der CDU-Stadtratsfraktion die beiden LEJ-Engagierten Rothkegel und Berger (Udo Berger Stadtrat Leipzig 15.12.2011) laut LVZ in die Haare kriegen, wird daran liegen, dass vielleicht einer von beiden es noch nicht richtig verstanden hat, welche Bedeutung die Beteiligung für die Stadt Leipzig hat.

Scheinbar ist es auch wesentlich besser HL-KOM und perdata 100% auf den Markt zu werfen. Denn diese erwirtschaften keine Kosten, sondern bringen jährlich etwas ein. Und das ist Voraussetzung einen Käufer zu finden, der sich auch den Kaufpreis mit einer Gewinngarantie absichern lässt. Betriebswirtschaftlich korrekt und ohne Risiko.

Wenn der Eigentümerwechsel dort vollzogen ist, können in diesen Unternehmen auch privatwirtschaftliche Entscheidungen zu Arbeitsplätzen, Entwicklung und wirtschaftlicher Prosperität, an welchem Ort auch immer, getroffen werden. Und damit hätte unser Oberbürgermeister seine Schlagworte bestätigt bekommen. Bravo.

Ein anderer Vorteil? Z.Bsp. braucht Bertelsmann keine aufwändigen Gutachten zu seinen Entscheidungen, denn die machen sie selber. Und setzen ganz sicher weiter für Herrn Hesselbarth und seine FDP die gewünschten Impulse.

Mit 2,1% entscheidet sich auch besser nicht mit, als nur mit 0,2% nichts zu sagen zu haben.

Irrsinn pur!

Karsten Kietz [WVL]

P.S. Im übrigen: Gewußt, dass Feinstaub aus Flugzeugtriebwerken feiner und viel gefährlicher als der aus Trabant u.a. Fahrzeugen ist? Verteilt sich auch besser.