Aktive Bürgerbeteiligung und demokratische Mitarbeit des Souveräns nervt?

Am Montag, den 09.Januar 2012 war es endlich soweit. Der ehrwürdigen Brücke am Connewitzer Bahnhof ging es an den „Kragen“, es begann der Abriss mit nachfolgendem Ersatz durch einen Neubau. Ingenieurtechnisch eine Herausforderung, bei der, so ist es anzunehmen, jede Hilfe und jedes Verständnis der direkt und indirekt Betroffenen dankbar angenommen wird.

Denn bis 2014 muss der Autoverkehr auf seinem Weg in den Süden vom Connewitzer Kreuz über die B2 nach Dölitz über den Goethesteig und die Matzelstraße ausweichen. Die Gegenrichtung wird auf selber Strecke am Neubauwerk vorbei geführt. (sh. LVZ-online)

Wenn sich in Leipzig etwas tut, ist natürlich der Bürger aufmerksam dabei und bringt sein Know-How und seine Ideen ein. Leipzig fühlt sich nicht nur, sondern ist nun mal eine Bürgerstadt. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Dietmar Kipping, Vertreter der Wählervereinigung Leipzig (WVL) e.V. im Stadtbezirksbeirat Leipzig Süd (sh.Bild) schaut sich die Baustelle nicht nur fast täglich an, er ist auch unterwegs, sammelt und diskutiert mit seinem ingenieurtechnisch diplomierten Ausbildungshintergrund die nicht zu unterschätzend kompetenten Hinweise seiner Mitbürger.

(Anm.: Es wäre sicher vollumfänglich ordnungsgemäß, wenn sich der Kippingsche Meinungsstreit an der Baustelle gelegentlich über die Zahl von 4 bis 5 Frauen und Männern erweitert, beim Ordnungsamt eine Kundgebungs-Anmeldung abzugeben. Obwohl sich dieses Organ weniger für den Baufortschritt interessiert, schaut es bei Menschenansammlungen besonders im Süden aufmerksam hin. Und Bürgerbewegung hält sich an die Regeln.)

Die schon im Vorfeld a-priori erarbeiteten Gedanken zur problematischen Verkehrsbelastung auf den engen Passagen in der Matzelstraße und dem Goethesteig und dem katastrophaleren Zustand der Umleitungsstrecke wurde bereits „vor Monaten“ dem Verantwortlichen vom Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA), Herrn Barthel mitgeteilt. Den das gehört bei der Vorstellung der Brückenbaumaßnahme im demokratischem Gremium des Stadtbezirksbeirates Süd zum Mitwirkungsrecht und zur Mitwirkungspflicht des Souveräns. In den ergangenen Antworten zeigte sich der Brückenbauexperte Barthel optimistisch, dass die zuständige Stelle in VTA, wenn erforderlich zur Gefahrenbeseitigung entsprechende Maßnahmen unternehmen werde.

Doch es ist nichts geschehen. Der Leserbrief von Herrn Holger König zum Thema „Slalomfahren auf der Buckelpiste“ in der Leipziger Volkszeitung vom 07./08.Januar 2012 dürfte hierzu nur eine gedruckte Quelle sein, welche die Erlebnisse der (täglichen) Nutzer direkt beschreibt.
Da aus dem Rathaus noch keine Information zu Trainingsstrecken für eine eventuell neue olympische Disziplin zu vernehmen waren, sagt Dietmar Kipping nun immer öfter zu sich selbst:

Kein Verständnis kann ich aufbringen,

wenn vorgetragene Hinweise (insbesondere von im Rahmen der notwendigen Mitbestimmung ergangenen) innerhalb eines Amtes nicht weitergeleitet werden,
wenn jeder Experte nur seinen eigenen Zuständigkeitsbereich sieht,
wenn die Verwaltungsangestellten die Information des örtlichen (Stadtbezirks)Beirates nur als Pflichterfüllung abhaken.

Aber wir kann ich Handeln?

Vielleicht sollte er beim nächsten Mal noch ein paar Leute mehr zur Baustellenrunde mitnehmen und vorher eine Kundgebung anmelden? „Psalm 23 – Er führet mich auf rechter Straße“?

Karsten Kietz [WVL]