Eine unanständige Geschichte

Januar 18, 2012 · Abgelegt unter LVV, OBM-Wahl 2013, Verkehr 

Ich erinnere mich sehr genau an meine erste unanständige Geschichte.

Im letzten Abschnitt meiner 10-jährigen polytechnischen Schulbildung bestand enormes Bestreben in die demnächst beginnende neue Welt zu schauen und vieles daraus kennenzulernen gerade bei uns pubertierenden Jung(en)volk.

Diese erhöhte Nachfrage in geordnete Bahnen zu lenken und dem menschlichem Erkenntnisbedürfnis Rechnung zu tragen, folgte damals das Angebot einer Reihe von erstklassigen Tanzveranstaltungen.

Zu einer dieser in der bravourösen Aula meiner Schule zelebrierten Geschlechtertreffen erschien eines der mit den Meisterwerken göttlichen Menschenschaffens reichhaltig beglückten weiblichen Wesen, bekleidet mit Hot-Pants (u.a.).

Hammerhart!

Über das hervorragend funktionierende bürgerliche Kommunikationssystem war die gesamte Bevölkerung vom Kindergarten- bis zum Rentenalter meines Jugend-Kiez’es kurzfristig über jedes Detail des Auftretens der jungen Dame und den erfolgten Reaktionen vollumfänglich informiert.

Meine liebe Mama kommentierte die Sache sachlich und nüchtern mit einem „UNANSTÄNDIG“.

Das bei mir zu Grunde liegende positive Gefühl begleitete mich auch das gesamte Stadt-Interview unseres geschätzten Herrn Oberbürgermeisters (Leipziger Volkszeitung 11.Januar 2012 Seite 17 Milde.Rometsch) unter dem Begriffstitel meiner Mutter. „Unanständig“

Elektromobil, BMW, Gewandhaus, Einwohnerwachstum „in einer lebendigen jungen Stadt mit hoher Lebensqualität, mit vielen Grünanlagen, einem breit gefächertem Kulturangebot“, Nachfrage nach Arbeitskräften, Universität und Hochschulen binden an Leipzig.
Arbeitslosigkeit 11,6%, aber die Neuansiedlungen bieten Jobs an, Gesundheits- und Kreativwirtschaft wächst, Logistikbranche erhöht die Löhne, 2012 bauen BMW und Porsche auf oder an.
3 x 800 Jahre bei den Thomanern und 1 x im Sankt Georg. Bachfest und die Höfe am Brühl, für die momentan etwas hechelnde Hochkultur sind Wege gefunden.
Privatisierungen von HLK und perdata bringen die LVV aus der finanziellen Schlagseite, es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen.

Klare Antworten unseres Oberbürgermeisters die einen positiven Ausblick auf das Jahr 2012 erlauben. LEIPZIG KOMMT!

Aufgrund der „Unanständigkeit“ der Pensionsanpassung des Herrn Hanss hinterfragt Herr Jung zum Abschluss seines Interviews mit den Herren Milde und Rometsch (LVZ) das Verhältnis von Managerpensionen und den Renten von Arbeitnehmern.

Schon am 18.04.2011 wurde im Leipziger Zentralorgan durch Frau Dr.Sabine Grohner-Weber, Geschäftsführerin der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH (auf der Position Hanss) das Übel der Ungleichbezahlung von gleicher Arbeit bei den LVB angeprangert.
„Auf Dauer geht das nicht“ klang nach mehr als warmer Luft, eher wie ein schon gezogenes Schwert.

Es ist ruhig geworden auf diesem Feld.
Hoffentlich hält Herr Rahmen als Arbeitsdirektor der LVV nach der strategischen Partnerfindung und dem Verkauf der Nervenbahnen seines Unternehmens an Herrn Bertelsmann  die Vorlage „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ nicht nur für den Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs, sondern für die ganze LVV im Wahlvorbereitungsjahr bereit? Wenn nicht kann man es anweisen!

Nach Gabriel’s französischer Leiharbeiter-Intention und Frau Doktor Grohner-Webers Leipziger Vorarbeit vom April vergangenen Jahres würde dieser Burkhard-Jung-Punkt im wichtigem 2012 sicher an die SPD gehen und das gegebene Vertrauen der Partei rechtfertigen.

Doch nach Hanss, Riester, Hartz und Rürup sollte er ohne große Marketingaktivität eingepackt werden, denn anderes wäre schon böse UNVERSCHÄMT.

Warum wurden die großen Stadtbetriebe Leipzigs damals marktwirtschaftlich zerlegt?

[Bürger Kietz]*

Bild: (c) WIR e.V. – „Der Schatten der Beschäftigten“

*vollständiger Name und ladungsfähige Anschrift sind dem Vorstand der Wählervereinigung Leipzig (WVL) e.V. bekannt