„Liaison im Dunkeln“

Gestern vormittag, „das Rathaus investierte erneut in innerstädtisches Blindenleitsystem“ (Angelika Raulien LVZ 22.05.12 S.16), war Zeit für einen Medienauftritt des Bürgermeisters Martin zur Nedden.

Die 14.000 Euro „des Rathauses“ wurden jedoch nicht in das vorhandene Blindenleitsystem investiert, sondern lediglich in „14 weiße Männlein mit Stock“ (LVZ). Ein Auftrag an eine Fachfirma, welche „30 mal 30 Zentimeter große Betonquader“ mit diesem Bild installieren wird, die Bürger und Handeltreibende in der Leipziger Innenstadt auf die für Sehbehinderte dringend notwendige Orientierungshilfe sensibilisieren soll. Denn was Christiane Kohl, Vorsitzende der Leipziger KO des Blinden- und Sehschwachenverbandes, durch mühevolle Agitation in den Geschäften mit dem persönlich vorgetragenen Hinweis auf die Bedingung nach Freilassung der „Rillenbänder“ in den Genehmigungen für Aussenwerbung und Sitzgelegenheiten u.ä. erreichen will, wird nun an ausgewählten Punkten direkt auch an die Bürger kommuniziert.
Nicht nur das viele Menschen wenig Ahnung von Sinn und Zweck dieses „Waffelmusters“ haben, auch die Beachtung unserer Mitbürger mit schlechtem Augenlicht soll damit verbessert werden.

Die Maßnahme stellt das erste Ergebnis aus der „Liaison im Dunkeln“, die Christiane Kohl im September 2011 mit dem WVL-Stadtrat Udo Berger (Foto links) auf dem Augustusplatz einging, dar. Das für seine Initiative an diesem Ort (V/A159 Ratsversammlung vom 25.01.2012) noch ein weiter Weg besteht, ist klar. Und das ein Bürger auf der Grimmaischen Straße Udo Berger spontan auf die nach der geänderten Verkehrsführung in der Schillerstraße gefährlichen Situationen insbesondere für Radfahrer durch die nach wie vor praktizierte Einbahnstraßen-Parkweise hinwies, zeigt, dass es Vertrauen bringt, wenn man sich auch auf andere „Perspektiven“ einlassen kann.

Ein hilfreiches Denken und Agieren gegenüber anderen Menschen, welcher Art die Hilfe und Rücksichtnahme auch immer ist, gehört zum positiven Miteinander wie die Sonne zum Leben.

Man muss nur immer daran denken. Die MÄNNER MIT STOCK werden ein bischen dabei helfen, „wenn weder Polizei noch Ordnungsamt ein Auge drauf haben.“

Karsten Kietz [WVL]

P.S. Dank auch an CDU-Stadtrat Konrad Riedel (Foto rechts)