Mach mit, mach’s nach, mach’s besser!

September 19, 2012 · Abgelegt unter Familie, Kommunalwahlen, OBM-Wahl 2013, Stadtentwicklung 

Ergänzung nach Veröffentlichung -> LVZ-Online 21.09.2012

Am Donnerstag werden in der Ratsversammlung die SPD-Stadträte Christopher Zenker und Heiko Oswald einen Etatentwurf für den Neubau dreier Kindertagesstätten und dem Ausbau der Tagespflege inkl. eines verbesserten Vergütungsniveaus für die Tagesmütter und -väter vorlegen. Als Wortführer der Leipziger SPD verlangen sie nunmehr auch, den politischen Druck auf den Freistaat Sachsen zu erhöhen, damit von dort mehr Mittel für diesen wichtigen Bereich der Kommune zugewiesen werden.

Der Leipziger Baby-Boom, der steigende Zuzug von Familien mit Kindern in unsere Stadt und der ab 2013 bestehende Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz hat nun auch die politische Heimat unseres amtierenden Oberbürgermeisters zur Vorlage eines Positionspapiers veranlasst. Denn, wie Heiko Oswald, der finanzpolitische Sprecher der städtischen SPD, betont, „hat Kinderbetreuung für die SPD-Fraktion besondere Priorität“ und nun endlich einzugreifen ist besser, „als eingeklagte Privatplätze zu finanzieren“. Denn das „umfangreiche Paket an Anträgen und Vorschlägen, das von der SPD in den politischen Gremien eingebracht wurde“ hat scheinar nichts gebracht, ist nur Papiertiger geblieben. Das Gebrüll darum genügt aber scheinbar zum Nachweis einer konzentrierten Arbeit.

Den bunten Blumenstrauß von Ideen der beiden Sozialdemokraten, wie alles besser werden wird, was in den letzten Jahren von Verwaltung und Stadträten nicht bemerkt, bewußt verdrängt wurde und endlich die „hinten und vorne nicht reichenden 38.000 vorhandenen Betreuungsplätze“ der Stadt erweitert, schreibt Mathias Orbeck in unserer Tageszeitung am 19.09. nieder.

Das was seit langer Zeit von vielen betroffenen Eltern gefordert wurde, bekommt plötzlich in der Leipziger Volkszeitung eine Bühne.

Auf alle Fälle zeigt es eines. In Wahlkampfzeiten wird dem Volke nach dem Mund geredet und was vorher belächelt und immer wieder zurück gewiesen wurde, wird zum weiteren Machterhalt als eigene Idee verkauft. Für die betroffenen Eltern, derer es so viele in Leipzig gibt, sind es in jedem Fall gute Worte. Bleibt abzuwarten, ob nach dem Januar Taten folgen werden.

Und noch etwas bedeutendes: Schon im März des kommenden Jahres werden Zenker und Oswald „geeignete Grundstücke aufgelistet haben“, welche dann für zukünftige Kita-Neubauten, gegebenenfalls in Systembauweise, bereit stehen. Das Leipzig im Zuge der Doppik-Einführung alle Vermögensgegenstände inkl. Bauten und Grundstücke aufgelistet und bewertet hat, scheint den beiden dabei vielleicht hilfreich zu sein.

Karsten Kietz [WVL]

siehe auch: Die Mütter Leipzigs stehen im „Hinterhof des Rathauses“

Foto: turbophoto.com