Ein weiteres Wort zur Forderung von Landrat Czupalla nach einer dritten Startbahn für den Flughafen Leipzig/Halle

Landrat Michael Czupalla fordert eine dritte Star- und Landebahn für den Leipziger Airport. Angesichts der jährlichen Defizite des Leipziger Flughafens von um die 50 Mio. Euro – für die selbstverständlich die Steuerzahler aufkommen müssen – mutet Czupallas Forderung nicht nur abgehoben, sondern geradezu wie eine Realsatire an: Herr Czupalla nämlich macht den Horst Schlämmer (alias Hape Kerkeling) von Nordsachsen.

Tatsächlich, Herr Czupalla ist vom Schlage eines idealtypischen Politikers, denn der Mann hat wenigstens noch Visionen – getreu dem Horst-Schlämmer-Motto „Alles ist zu wenig, es muss mehr werden/sein“. Und das ist auch richtig so, denn: „Es muss immer mehr sein von weniger (Start- und Landebahnen)!“

Nein, an Motivation fehlt es dem Kult-Politiker/Landrat aus Nordsachsen nicht. Michael Czupalla prescht vor, denn er ist ein wackerer Macher, ausgestattet mit dem unbedingten Willen, etwas zu ändern – wie spricht doch gleich Horst Schlämmer: „Es muss wieder nach oben gehen. Es war lang genug Abschwung.“ Vielleicht aber sollte sich Herr Czupalla zunächst einmal darum kümmern, dass die vorhandenen Kapazitäten, also die brachliegenden Kapazitäten der Nordbahn durch eine gerechte Bahnverteilung (50:50 Regelung) genutzt werden, bevor er die Kassen der Steuerzahler mir nichts, dir nichts plündert.

Nachdem Landrat Michael Czupalla in recht eigentümlicher Weise eine dritte Start- und Landebahn für den Airport Leipzig/Halle ins Gespräch gebracht hat, hagelt es nunmehr vonseiten offizieller Kreise allerlei Dementi: Der Flughafensprecher von Leipzig/Halle, Uwe Schuhart, z. B. setzt der Forderung von Czupalla ein „Nein“ entgegen. Also doch, alles nur heiße Luft? Wohl kaum, denn hinter all dem steckt mindestens ein Kalkül: nämlich die Öffentlichkeit auf weitere zusätzliche Investitionsbeihilfen, die auch die Leipziger Bürger zu tragen hätten, für den Flughafen einzustimmen.“

Bert Sander [WVL]