Warum sollen wir schlafen? Breite Front gegen nächtliche Triebwerksprobeläufe

Ein Wunder ist geschehen: Nunmehr hat sogar die Fluglärmkommission (bislang eher bekannt als »Fluglärmverteidigungs- kommission«) auf seiner letzten Sondersitzung mehrheitlich gegen den Antrag des Flughafens Leipzig/Halle auf Änderung der luftrechtlichen Genehmigung entschieden.

In der Sondersitzung ging es vornehmlich um den aktuellen Antrag des Airports, der die Genehmigung von Triebwerksprobeläufen bei Nacht und im Freien anstrebt.

Da die besagte Kommission aber keine verfügende Instanz ist, sondern lediglich Empfehlungen aussprechen darf:

„Die Fluglärmkommission dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr als zuständiger Genehmigungsbehörde die Ablehnung des Antrags.“

Nichtsdestoweniger, das Management des Flughafens hält an seinem Antrag wacker fest, denn es reicht ja nicht, dass es für den Leipziger Flughafen eine uneingeschränkte Nachtfluggenehmigung für Frachtflüge gibt, nein, es reicht noch lange nicht, dass der hiesige Flughafen, und zwar auf der der Stadt Leipzig naheliegenden Südbahn, nachts bis zu 125 Starts bzw. Landungen (davon zwei Drittel in der sog. Nachtkernzeit von 0:00 bis 5:00 Uhr) den Anrainern zumuten darf.

Und eben deshalb, weil all das noch nicht genug ist, fordert das Management des Flughafens eben noch eine Ausnahmegenehmigung für nächtliche Triebwerksprobeläufe im Freien. Selbstverständlich – wie es offiziell heißt – nur in »Ausnahmefällen«.

Ein Vorschlag zur Güte: Die Verantwortlichen des Flughafens ziehen für ein Jahr in die Nähe des Tatorts. Sollten sie für diese Zeit und an diesem Ort die besagten Ausnahmefälle klaglos ertragen, ja dann, wechsle ich glatt die Seiten und werde zum Streiter sogar für ein uneingeschränktes Recht auf nächtliche Triebwerksprobeläufe.

Bert Sander [WVL]