OFFENER BRIEF „So jedenfalls kann das Dialogforum Flughafen Leipzig-Halle nicht weitergeführt werden.“

Sehr geehrte Damen und Herren des Dezernats Umwelt, Ordnung, Sport; sehr geehrter Herr Bürgermeister Rosenthal; sehr geehrte Frau von Fritsch und sehr geehrte Frau Rieger,

die PE zur Sitzung des Dialogforums Flughafen Leipzig-Halle vom 15.01.2018 ist eine Frechheit, wenn nicht gar eine Provokation, zeigt sie doch, dass die Verfasser keineswegs neutral sind.

Die PE erfüllt den Tatbestand einer bewußten Irreführung der Öffentlichkeit:

Zum ersten: Zitat aus besagter PE: „Die positiven Entwicklungen am Flughafen und die neue Fluglärmmessanlage waren die zentralen Themen des aktuellen Dialogforums Flughafen Leipzig/Halle.“  Herr Jähn hat ausschließlich über die „positive Entwicklung“ des Flughafens in ökonomischer Hinsicht gesprochen. Zum Thema Umwelt- und Schallschutz hat er sich erst nach Aufforderung von Seiten der BI’s eingelassen – und dann auch nur vage bzw. unbestimmt und ausweichend. Man muss sich mal vorstellen, der Mann kommt in das Dialogforum, in dem es gerade um den Schutz der Anwohner geht, und er kommt nicht von alleine drauf, zum Thema  Umwelt- und Schallschutz zu sprechen.

Zum zweiten: Zitat aus besagter PE: „Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH realisiert umfangreiche Maßnahmen im Umwelt- und Schallschutz.“ Bitte was? „Umfangreiche Maßnahmen im Umwelt- und Schallschutz“? Es war nicht von einer einzigen Maßnahme die Rede. Die PE verkauft uns allen Ernstes den Ausbau des Business Park Airport Ost als Umweltmaßnahme, eben weil dort keine Triebwerksprobeläufe stattfinden könnten. Zitat aus besagter PE: „Dies [Maßnahmen im Umwelt- und Schallschutz] gelte unter anderem für den weiteren Ausbau des Flughafengeländes, konstatierte Johannes Jähn, Geschäftsführer der Flughafen Leipzig/Halle GmbH: ‚Auf der Fläche des Business Park Airport Ost wird ein normales Gewerbegebiet entstehen, für das ein Bebauungsplan erarbeitet wird. Deshalb wird dort keine Wartungsbasis für Flugzeuge angesiedelt. Triebwerksprobeläufe können demzufolge dort nicht stattfinden.‘“ Und? An anderer Stelle können sie sehr wohl stattfinden, auch bei Nacht. Wenn Herr Jähn kundgetan hätte, der Flughafen zieht seinen Antrag auf nächtliche Triebwerksläufe zurück – ja gut, dass wäre dann so etwas wie eine Maßnahme gewesen.

Ich bin entsetzt, wie in der besagten PE alles so dreist hingebogen wird, dass sie dem Flughafen zum Gefallen gereicht.

So jedenfalls kann das Dialogforum nicht weitergeführt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Bert Sander