Im Märchen gibt es meist ein Happy-End.
Wem der konkrete Anblick des Frau-Holle-Weges im Leipziger Stadtteil Marienbrunn nicht sofort gegenwärtig ist, könnte sich eine enge, knapp 200 Meter lange und 5,50 Meter breite Straße vorstellen, an deren rechter Fahrbahnseite parkende PkW’s berechtigt eine Fahrspur der mobilen Benutzung entziehen dürfen und die darüber hinaus von regem Verkehr durchflutet wird. Besonders starke Belebung erreicht die Straße in den Zeiten während des Beginns und des Endes der Schulzeit in der anliegenden Grundschule Marienbrunn.
Sie mögen Chaostheorie oder haben gern Alpträume? Weiterlesen…
Ein kleiner Augenblick für Stadtrat Udo Berger (WVL) und den Augustusplatz – V/A159 Ratsversammlung vom 25.01.2012
Haltestelle Augustusplatz
Der Oberbürgermeister wird beauftragt noch im ersten Halbjahr 2012 erste Vorstellungen zum behindertengerechten Ausbau der Haltestelle Augustusplatz im Fachausschuß Stadtentwicklung und Bau vorzulegen. Ziel ist der behindetengerechte Ausbau der Haltestelle bis zum Beginn des Weihnachtsmarktes 2013. Weiterlesen…
Aktive Bürgerbeteiligung und demokratische Mitarbeit des Souveräns nervt?
Am Montag, den 09.Januar 2012 war es endlich soweit. Der ehrwürdigen Brücke am Connewitzer Bahnhof ging es an den „Kragen“, es begann der Abriss mit nachfolgendem Ersatz durch einen Neubau. Ingenieurtechnisch eine Herausforderung, bei der, so ist es anzunehmen, jede Hilfe und jedes Verständnis der direkt und indirekt Betroffenen dankbar angenommen wird.
Denn bis 2014 muss der Autoverkehr auf seinem Weg in den Süden vom Connewitzer Kreuz über die B2 nach Dölitz über den Goethesteig und die Matzelstraße ausweichen. Die Gegenrichtung wird auf selber Strecke am Neubauwerk vorbei geführt. (sh. LVZ-online) Weiterlesen…
“Überall muss gespart werden – doch bitte nicht bei mir”
… oder aber doch bitte dort, wo es mich nicht betrifft.
So oder ähnlich, könnte der heutige Donnerstagabend umschrieben werden, bei dem sich etwa 150 – 200 Bürgerinnen und Bürger in der Grünauer Völkerfreundschaft versammelten, um Ihren Unmut über die geplante Stilllegung der S-Bahnlinie S1 Kund zu tun.
Seit ein paar Wochen steht fest, dass die Landesregierung mittels ihres beschlossenen Haushaltes für das Jahr 2011, die S-Bahnlinie S1, welche Grünau mit dem Leipziger Hauptbahnhof verbindet, einstellen will. Zwar soll es sich dabei nur um eine „vorrübergehende“ Stilllegung bis Dezember 2013 handeln, doch glaubten daran nur sehr wenige der gestern Anwesenden.
Auch wir von der Wählervereinigung Leipzig e.V. (WVL) unterstützen den Erhalt der S-Bahnlinie S1 in vollem Umfang.
Auf Initiative der gegründeten Bürgerinitiative zum Erhalt der S1, welche Unterschriften für den Erhalt der Linie sammelt, waren Martin zur Nedden (Baubürgermeister der Stadt Leipzig), Peter Wasem (Marketingleiter DB Regio) und Andreas Glowienka (Geschäftsführer des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL)) geladen, um ihrerseits die Hiobsbotschaft zu überbringen. Dies führte dazu, dass sie für diesen Abend als die „Schuldigen“ herhalten mussten.
Das dem nicht so ist, darauf wies Glowienka eindringlich hin. Man wisse erst seit ein paar Wochen von den Plänen der Landesregierung. Diese wies die ZVNL an, in ihrem Gebiet (Stadt Leipzig sowie die beiden Landkreise Leipzig und Nordsachsen) den Nahverkehr derart anzupassen, dass eine Einsparung von 10 Mio. Euro erreicht wird. Dabei ist die S-Bahnlinie S1 aufgrund der derzeit laufenden Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt, was einen unregelmäßigen und unpünktlichen Verkehr mit sich bringt, ein „Opfer“ von einigen anderen, so Glowienka. Auch wenn die S-Bahnlinie mit durchschnittlich 3000 Fahrgästen pro Tag sehr gut ausgelastet ist.
Über diese Äußerung herrschte pure Verwunderung im Publikum. „Wie kann es sein, dass Grünau, nach der Verkürzung der beiden Straßenbahnlinie („2“ und „8“) seitens der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) immer mehr vom Nahverkehr abgehängt wird“ fragten sich nicht wenige Bürger. Es gibt doch sicher andere Zugverbindung die weniger gut ausgelastet sind und gestrichen werden könnten, so die einhellige Meinung. Sicher ist an diesem Vergleich etwas dran, bewirkt er jedoch ein Gegeneinander ausspielen der unterschiedlichen Interessen. Bitte spart doch woanders – aber nicht bei uns, könnte man meinen. Und so weist Wasem richtigerweise daraufhin, dass die Leipzigerinnen und Leipziger im Vergleich zu anderen Gemeinden im Verkehrsverbund sehr gut an den öffentlichen Personennahverkehr – bestehend aus Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen und Regionalbahnen – angebunden sind.
Empörung herrschte auch über die zukünftige Vermüllung und Vergammelung der S-Bahntrasse, wenn gut zweieinhalb Jahre lang kein Zugverkehr bestehen sollte. Mögliche Schäden durch Vandalismus, wie sie schon jetzt an der neuen Haltestelle „Semmelweisstraße“ anzutreffen sind, würden doch am Ende „mehr Geld kosten, als man jetzt einspart“, gab ein weiterer Bürger unmissverständlich zu bedenken. Auch die Sorge der Blinden und Behinderten äußerte Christiane Kohl (Vorsitzende der Kreisorganisation Leipzig des Blinden- und Sehbehinderten-Verbands Sachsen), wo doch alle Haltestellen der S-Bahnlinie barrierefrei zu erreichen sind.
Zum Leidwesen aller Zuhörer konnten die geladenen Gäste die Sorgen nicht vollständig ausklären. Wasem wies daraufhin, dass die Deutsche Bahn mit der Inbetriebnahme des City-Tunnels und der Erstellung des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes vertraglich dazu verpflichtet sei, für eine ordnungsgemäße Durchführung zu sorgen. Zumal stünden im Raum Leipzig 80 – 100 Arbeitsplätze auf der Kippe.
Glowienka erklärte abermals, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts Endgültiges entschieden sei und gegenwärtig auch noch andere, weniger stark ausgelastete Linien untersucht würden, welche stillgelegt werden könnten.
Auch Martin zur Nedden wies daraufhin, dass der Stadt die Hände gebunden seien. „Hätte die Stadt das Geld, würde sie die S-Bahnlinie nicht einstellen“, so zur Nedden. Vor allem weil dies gegen alle derzeitigen Bestrebungen widerspricht, die mit der Umweltzone in Verbindung stehen. „Wir wollen einen attraktiven, zuverlässigen und ökonomischen Nahverkehr, der für Grünau eine nachhaltige Stadtentwicklung mit sich bringt“, so zur Nedden weiter.
Doch sollte die S1 Ende Februar wirklich stillgelegt werden, würde das auch erheblich Probleme für die Leipziger Verkehrsbetriebe mit sich bringen. Zum einen beginnt auf der Linie „15“ demnächst der umfangreiche Ausbau der Stadtbahntrasse; zum anderen wies Wolf-Ekkehard Westphal (LVB-Verkehrsplanung) daraufhin, dass die ca. 3000 Fahrgäste, welche dann auf die Straßenbahnen ausweichen würden, nicht vom aktuellen Netz aufgenommen werden können. „Dann“, so Westphal, „müsse man sich Gedanken machen, inwieweit man die Straßenbahnlinie „1“ und „15“ zu den Stoßzeiten in ihren Taktzeiten verdichte“. Das im Zuge des Netz-2010 seit dem 10.10.2010 ausgedünnte Straßenbahnnetz, müsste dann wieder erweitert werden. Auch über eine Taktverdichtung auf der Buslinie „80“, „65“ oder der im März startenden Quartierslinie „Grünolino“ müsse dann nachgedacht werden.
Das all dies keine zufriedenstellenden Lösungen der Probleme sind, die mit der Stilllegung der S-Bahnlinie auf die Grünauerinnen und Grünauer zukommt, war für jeden nun klar. „Der Bürger ist mal wieder der, der herhalten muss“, so die Meinung der Anwesenden Bürgerinnen und Bürger.
Auch ich finde, dass 3000 Fahrgäste täglich Beweis genug sind, am bestehenden Verkehrsplan festzuhalten. Der tiefe Einschnitt, den der Verlust der beiden Straßenbahnlinien „2“ und „8“ hinterließen ist deutlich zu spüren. Gerade am Wochenende oder in den Abendstunden in denen nur ein 15-Minutentakt gewährleistet wird, ist für eine Großstadt unwürdig. Auch wenn die S1 nur alle 30 Minuten verkehrt, ist sie doch eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen. Dazu gehört nicht nur das Jobcenter in Möckern oder der Hauptbahnhof als wichtiger Umsteigepunkt im Nah- und Fernverkehr, sondern auch das Allee-Center oder der Kulkwitzer See.
Schade ist, dass sei zum Schluss gesagt, dass leider nur insgesamt zehn Bürgerinnen und Bürger der Einladung der Interessengemeinschaft folgten, im direkten Anschluss der Veranstaltung die weitere Vorgehendweise zu beraten. Angesichts der vorherigen zweistündigen hitzigen Debatte, ein trauriges Resümee.
Manuel Kuzaj
Ehemaliger Pressesprecher der Wählervereinigung Leipzig e.V.
und Unterzeichner der Petition für den Erhalt der S1
Kommentar zur Neugestaltung des Wintergartenareals
„Warum muss eigentlich jedes Fleckchen Erde in Leipzig zugebaut werden?“
Diese Frage stellt sich der Verfasser, wie vielleicht auch viele andere Leipziger Bürgerinnen und Bürger, als die Leipziger Volkszeitung (LVZ) an diesem Wochenende (28./29.08.2010, Seite 18) über den städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Wintergartenquartiers berichtete. Demnach soll das ca. 7200 Quadratmeter große Grundstück neben dem Wintergartenhochhaus neu gestaltet bzw. bebaut werden.
Warum jedoch muss dies unbedingt geschehen? Ist es nicht schon bezeichnend, dass man für das Areal in der Vergangenheit keinen geeigneten Käufer fand.
Warum genügt es nicht die freie Fläche so zu belassen, wie sie aktuell ist? Oder wenn schon eine Veränderung nötig ist, warum begrünt man diese nicht und pflanzt ein paar Bäume, womit das Umfeld insgesamt ebenfalls attraktiv aufgewertet wird.
Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) verweisen darauf, dass alle 208 Wohnungen des Wintergartenhochhauses derzeit vermietet sind. Mit einer möglichen Realisierung einer der beiden Siegerentwürfe, würden um das Wintergartenhochhaus 5-6 stöckige Gebäude entstehen. Wie wird sich dies auf die Wohnqualität in den unteren Etagen des insgesamt gut 100 Meter hohen Wohnhauses auswirken?
Mit der Bebauung der Höfe am Brühl, der beiden verbliebenen Winkel am Bildermuseum, dem Bau der neuen Probsteikirche St. Trinitatis (am Martin-Luther-Ring) sowie einer möglichen Bebauung der Freifläche zwischen Thomaskirchhof und Petersstraße (die LVZ berichtete) zu Gunsten eines Imbissbetreibers, verschwinden demnächst weitere zentrale Grünflächen.
Die Stadt beweist jedoch mit der begonnen Wiedererrichtung der Klingertreppe zwischen der Runden Ecke und dem Richard-Wagner-Platz, das eine Einbindung der Grünanlagen, wie der am Dittrichring, sehr wichtig ist. Der Promenadenring, der älteste städtische Landschaftspark Deutschlands, bietet derzeit und somit auch zukünftig die einige Möglichkeit Natur im Stadtkern zu erleben.
Der Verfasser moniert weiterhin, dass es in Leipzig genügend brachliegende Flächen gibt, welche sich für Neubebauung jedweder Art wesentlich besser eignen würden, als es bei Flächen im Stadtzentrum der Fall ist. In den letzten Wochen war mehrfach über eingestürzte oder einsturzgefährdete Häuser und Dächer zu lesen (Haus in der Bernhardtstraße; Haus Antonienstraße 46 / Ecke Klingerstraße; Haus Lütznerstraße / Ecke Cranachstraße; Haus in der Lutherstraße;…).
In einer Einwohneranfrage wurde erst kürzlich über die Zukunft von 40 brachliegenden Flächen gefragt. Da der Stadtverwaltung hierbei der Arbeitsaufwand zu hoch war, musste die Frage auf fünf Flächen beschränkt werden. Eine Antwort diesbezüglich steht noch aus. Doch fest steht, dass städtisches Grün als Erholungsraum unbedingt erhalten bleiben muss.

Ehemaliger Vorsitzender des Arbeitskreises Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr der Wählervereinigung Leipzig e.V. (WVL)



