ZU ALLERERST: Die Künstler sind nicht schuld.

Zu allererst: Die Künstler sind nicht schuld. Wir müssen es deutlich sagen, die Fehler, die zum Scheitern des Wettbewerbsverfahrens geführt haben, sind allesamt politischer Natur.

Allerdings sind diese Fehler nicht nur von der politischen Stadtverwaltung verübt worden, sondern eben auch von Land und Bund.

Es ging von Anbeginn des Denkmalsverfahrens eben nicht nur um ein Gedenken der Friedlichen Revolution, nein, allein darum konnte es schon deswegen nicht gehen, weil Leipzig bereits heute mit einer breiten symbolischen Repräsentanz der Friedlichen Revolution (siehe etwa Nikolaikirchhof) ausgestattet ist. Die politisch Verantwortlichen von Bund, Land und Stadt verband von Anbeginn aber eben auch das politische Kalkül sich selbst mittels Denkmal an die Spitze der Bewegung für Freiheit und Einheit zu setzen. Die frühen und zahlreichen Bedenken im Vorfeld des Verfahrens wurden als bloße provinzielle Befindlichkeiten abgetan.

Strafverschärfend kam hinzu, dass das Wettbewerbsverfahren durch ein stadtplanerisches Kalkül schlichtweg überfrachtet wurde – schließlich ging ja nicht nur um ein Denkmal, sondern eben auch um eine Platzgestaltung. Jedoch all die Diskussionen über Platz, Größe, Gestaltung etc. verdecken nur den eigentlichen Grund des Scheiterns. Könnte es vielleicht sein, dass die Zeit für ein derartiges Denkmal einfach noch nicht reif ist? Ein Indiz für die Richtigkeit dieser Annahme ist, dass immerhin ja auch das Berliner Verfahren für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal gescheitert ist. Aber warum nur? In Berlin kamen immerhin 532 Entwürfe zusammen. Lag es an den Künstlern? Sind die vielleicht allesamt zu doof? Wohl kaum!

Was im Herbst 89 in Leipzig begann, nämlich der Prozess der Deutschen Wiedervereinigung, ist noch längst nicht abgeschlossen. Das Leipziger wie auch das Berliner Denkmalsschlamassel machen zumindest eines deutlich: Nicht nur, wer zu spät kommt, sondern eben auch, wer zu früh kommt, den bestraft die Geschichte.

Es geht in dem vorliegenden Änderungsantrag nicht darum gegen irgendjemanden zu gewinnen, sondern allein darum, weiteren Schaden von der Stadt und eben auch von den beteiligten Künstlern abzuwenden. Aber eines sollte auch sehr deutlich gesagt werden, grundsätzlich steht einem nationalen Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig nichts entgegen. Nur, wir sollten sowohl den Zeitzeugen als aber auch den sog. Nachwendegenerationen die Zeit einräumen, um – mit einem gebührenden Abstand zu den historischen Ereignissen – eine würdige Form des Gedenkens entwickeln zu können.

Bert Sander [WVL]

Zur Sitzung der Arbeitsgruppe »Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal« am 16.05.2014

Mai 15, 2014 ·Abgelegt unter Ablehnung, Bert Sander, Bürgerrecht, Kultur, Leipzig · 1 Comment 

Laut Pressemeldungen will OBM Burghardt Jung auf dieser Sitzung auch die Variante »Beendigung des laufenden Wettbewerbes und neuer Wettbewerb« erörtern.

Richtig ist, den jetzigen Wettbewerb abzubrechen. Wer aber über einen neuen Wettbewerb nachdenkt, hat den eigentlichen Grund des Scheiterns des bisherigen Wettbewerbes nicht erkannt. Die Zeit für ein derartiges Denkmal ist noch nicht reif. Das haben die Diskussionen der letzen Jahre gezeigt. Weiterlesen…

[DEBATTE von MICHAEL FREITAG l-iz.de] Lokale Medienvielfalt: Der enge Fokus eines Oberbürgermeisters in Medienfragen oder Was ist eine Zeitung?

Lokale Medienvielfalt: Der enge Fokus eines OBMs in Medienfragen oder Was ist eine Zeitung? – Leipziger Internet Zeitung :: Mehr Nachrichten. Mehr Leipzig.

Bild: Screen L-IZ.de – verschiedene Webseite

WVL-Stadtrat Bert Sander stellt den Antrag, das Freiheitsdenkmal erst in angemessener Zeit wieder zu behandeln

Antrag vom 30. 3. 2014
zur Aufnahme in die Tagesordnung der Ratsversammlung am 16.4.2014

Eingereicht von
Stadtrat Bert Sander (WVL)

Freiheits- und Einheitsdenkmal

Beschlussvorschlag

  1. Der Wettbewerb zum Freiheits- und Einheitsdenkmal wird
    abgebrochen und die Einweihung auf den 50. Jahrestag
    der Friedlichen Revolution verschoben.

  2. Der Platz der Friedlichen Revolution (Wilhelm Leuschnerplatz)
    wird für eine städtebauliche Entwicklung freigegeben.

Begründung

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WENN WIR UNS NICHT EINMISCHEN …..

… nehmen es alle hin!

In der „Vorlesung des Ordnungsbürgermeisters“ (AUDIO auf l-iz.de!) ist der Wählververeinigung Leipzig (WVL) e.V. eines evident geworden. Die Verwaltung unserer Stadt sitzt wie das Kaninchen vorm Löwen und wartet sehnsüchtig auf das Gefressenwerden.

Die Antwort zur Einwohnanfrage des Herrn Dr.Gründig auf der Ratsversammlung am 22.01.2014 geriet zur dentistischen Lehrstunde unserer Zahnlosigkeit: Die Stadt Leipzig ist nicht im Sinne Ihrer Bürger politisch aktiv, sie kriecht vor den Interpretationen der Judikative und zieht sich lieber die Bettdecke über die Ohren. Ein trauriges Bild.

Karsten Kietz [WVL]

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