Anmerkungen zu den »Leitlinien zur Integration der Migrantinnen und Migranten in Leipzig«

Dezember 19, 2010 ·Abgelegt unter Allgemein, Familie, WV-Leipzig · Comment 

Auch wenn derzeit gerne auf der Anti-Multi-Kulti-Welle geritten wird, auch wenn heute sogenannte Multikultis mit geradezu garstiger Freude als Peace-and-Love-Weicheier gemobbt werden, auch wenn mittlerweile selbst die Kanzlerin vor dem populistischen Blödsinn wie „Deutschland schafft sich ab“ einknickt (Angela Merkel: “Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“, Spiegel Online am 16.10.2010) –, es hilft alles nichts, die Multikulturelle Gesellschaft ist keineswegs am Ende, sie ist fester Bestandteil deutscher Alltagskultur – allen Stammtischpointen über etwaige Deutsche Leitkultur zum Trotz.

Der 1. Satz in der Präambel der „Leitlinien zur Integration“ lautet: „Leipzig ist traditionell eine weltoffene und tolerante Stadt.“. Gerade weil diese Tradition ein hohes Gut für die Kommune darstellt, liegen uns die „Leitlinien“ besonders am Herzen, heißt, wir werden genau auf das schauen, was an Änderungen und Ergänzungen eingebracht wird.

Die CDU-Fraktion im Leipziger Stadtrat hat einige Änderungsvorschläge in die Debatte eingebracht, die im Ergebnis zu bestimmten Formulierungen im aktuellen Entwurf der „Leitlinien“ geführt haben:

  • Präambel, 2. Absatz, 1. Satz: „Ausgangspunkt der Integrationspolitik der Stadt Leipzig ist die Anerkennung des Grundgesetzes und der darauf aufbauenden gemeinsamenfreiheitlich-demokratischen Normen und Regeln.“

    Wie bitte? Mit Verlaub, aber das ist „Quatsch mit Soße“. Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass eine Behörde, die nicht das Grundgesetz anerkennt, niemals in diesem Staat tätig werden dürfte. Der Satz ist sprachlich vollkommen misslungen, was peinlich hoch zwei ist, zumal deshalb, weil er in einem Papier „passiert“, in dem permanent die Beherrschung der deutschen Sprache eingefordert wird. Weiterlesen…