Politische Nötigung durch parlamentarischen Ausschuss

September 4, 2015 ·Abgelegt unter Bert Sander, Bürgerrecht, Fluglärm, Gemeinwohl, Lärmschutz, Leipzig, Matthias Zimmermann, Verkehr · Kommentare deaktiviert für Politische Nötigung durch parlamentarischen Ausschuss 

Zugegegeben, das Thema Fluglärm ist komplex, die rechtlichen Vorschriften umfangreich, die Wirtschaftslobby und die Versuchung, deren Verlockungen zu erliegen, stark. Ein Schwarz-Weiß-Denken wie bei anderen Themen ist schwerlich. Trotzdem kann, oder gerade deshalb muss, erwartet werden, dass Berichterstattungen und die vorangehenden Recherchen hierzu gewissenhaft, seriös und mit einer ordentlichen Portion an Objektivität erfolgen. Der Artikel in der LVZ zum Thema Triebwerksprobeläufe zeigt aber wieder einmal das ganze Ausmaß des Unverständnisses (Vorsatz wollen wir nicht unterstellen) einiger Radakteure zu einem Thema, dass zig-tausende Anwohner im Dunstkreis des Flughafens beschäftigt. Sachgerechte und unvoreingenommene Recherche hätte ergeben:

1. Als eine der wenigen aktiven Schallschutzmaßnahmen am Flughafen Leipzig-Halle sind Triebwerksprobeläufe im Freien bisher untersagt (Auszug Planfeststellungsbeschluss: „Triebwerksprobeläufe dürfen am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht (22.00 – 6.00 Uhr) in keinem Fall an der Grenze des unter A II.4.2.2. festgelegten Nachtschutzgebietes zu einem A-bewerteten Maximalpegel von mehr als 50 dB(A) außen führen.“).  Diese Forderung wurde seinerzeit bewusst ausschließlich, also ohne Ausnahmefälle, formuliert, um darzulegen, dass in diesem Fall der Gesundheitsschutz der Anwohner auch gegenüber wirtschaftlichen Interessen überwiegt. Weiterlesen…

Flughafen Leipzig-Halle startet erneuten Angriff auf nächtlichen Lärmschutz

Dezember 19, 2014 ·Abgelegt unter Arbeitskreis Stadtentwicklung, Bürgerrecht, Fluglärm, Gesundheit, Infrastuktur / Verkehr, Leipzig, Matthias Zimmermann, Stadtentwicklung · Kommentare deaktiviert für Flughafen Leipzig-Halle startet erneuten Angriff auf nächtlichen Lärmschutz 

Der Flughafen Leipzig-Halle beabsichtigt das planungsrechtlich festgeschriebene Verbot von nächtlichen Triebwerksprobeläufen auf dem Freigelände des Flughafens zu unterwandern. Am heutigen Dienstag stellte der Geschäftsführer des Flughafens Leipzig-Halle, Dierk Näther, vor dem Technischen Ausschuss der Stadt Schkeuditz seine Vorstellungen zu einem entsprechenden Änderungsgenehmigungsverfahren vor, basierend – wem wundert es –  auf einem durch den Flughafen selbst in Auftrag gegebenen Gutachten. Dieses kommt dann folgerichtig auch zum Schluss, dass die durch die vorgesehenen zusätzlichen nächtlichen Triebwerksprobeläufe hervorgerufenen Aufwachreaktionen unter 1% liegen. Geflissentlich schnell übergangen wurde dabei natürlich die Berechnungsmethode. Diese ermittelt, vereinfacht ausgedrückt, lediglich einen Mittelwert über einen 24 h Tageszeitraum mit seinen ebenfalls vorhandenen Ruhepausen. Dies dürfte dem ohnehin schon durch nächtlichen Fluglärm geplagten Anwohner wenig nützen, bedenkt man, dass ein einziger Triebwerkprobelauf min. 20, in der Regel bis 60 Minuten andauert. Da war der Einwand des Flughafenchefs, mit den eventuell notwendigen nächtlichen Probeläufen vermeide man dadurch ggf. notwendige zusätzliche Flugbewegungen, geradezu lächerlich. Weiterlesen…