CDU-Ministerpräsident: Ich habe die Leipziger vorsätzlich belogen.

Im Interview der Reihe „JUNG & NAIV“ gibt der ehemalige Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Prof.Dr.Georg Milbrandt (youtube ab Minute 29:37) offen zu, dass er den Tausenden Leipzigerinnen und Leipzigern die im Gebiet des Flughafens ein Eigenheim errichteten und heute im Nachtfluggebiet wohnen, versprochen hatte „Wir wollen den Flughafen nicht erweitern“, obwohl er das interne Wissen um die laufende Planungen und die Grundstücksankäufe zum Zwecke des Ausbaus hatte.

Heute beschimpfen sein Parteikolleginnen und -kollegen die Belogenen, „dass sie doch selber Schuld wären, sie hätten nicht in der Nähe eines Flughafens bauen sollen“.

Feine Werte.

Karsten Kietz [WVL]

Foto: wir e.V.

Kommando Schalldämpfer – Fluglärmreport 04.2014

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HART und PRÄZISE!

PRESSEMITTEILUNG
der Bürgerinitativen „Gegen die neue Flugroute“ und „Gegen Flug- und Bodenlärm“ zum Bürgerforum „FLUGLÄRM“ am 29.04.2014:

Ein Kampf wie David gegen Goliath kann nur in der Bibel schnell, und selten vollständig, gewonnen werden.

Dessen waren sich die Teilnehmer am 4. Bürgerforum „Fluglärm“ am 29. April, dem Vorabend des Tag des Lärms, bewusst. Trotzdem reichten zu der von der Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ im Gemeindezentrum Lützschena/Stahmeln am Bildersaal 4 durchgeführten Veranstaltung die Plätze nicht aus, trotz hochkarätigem Fußball als „Konkurrenz“.

Kein Wunder, nimmt doch die Fluglärmbelastung am Flughafen Leipzig-Halle stetig zu. Die Überflüge zur kurzen Südabkurvung sind von 2009 bis bis 20013 auf 152% gestiegen, ebenso die Starts und Landungen von der Südbahn. Obwohl die Anzahl der planfestgestellten Starts und Landungen noch lange nicht erreicht ist, überschreitet schon jetzt der Lärmpegel die prognostizierten Werte. Von Plänen zur dritten Landebahn und der Ansiedlung der umweltschädlichsten Flugzeugflotte Europas (AN 124) über den langen Arm der DHL bei der Bahnverteilung bis hin zu den neuesten Ausbauplänen der DHL und den Erweiterungsplänen des Flughafens Leipzig (70 ha auf Leipziger Territorium), die Bürger waren überrascht, was hier an ihren berechtigten Interessen vorbei demnächst am Flughafen Leipzig-Halle, offensichtlich mit Billigung der Oberbürgermeister der Städte Schkeuditz und Leipzig, ablaufen soll.

Die Informationen waren präzise und brisant. Der Pressesprecher der Bürgerinitiative moderierte die mit fach-kompetenten Rednern (RA Günther – Erfolg am Bundesverwaltungsgericht, RAin Franziska Heß – Kampf gegen die Allzweckwaffe Planfeststellungsbeschluss, Stadtrat Bert Sander – Mio-Subventionen für LEJ …) bestückte Veranstaltung und gab zugleich Einblicke in die Arbeit der Bürgerinitiative und deren Einmischung in die kommunale Politik.

Ja, es ist unverkennbar, die Fluglärmaktivisten sind zu einer sozialen Kraft geworden. Durch deren Arbeit hat sich die Fluglärmkommission vom Feigenblatt der Planungsbehörde zum heißen Pflaster für Flughafen, DHL, die Stadt Leipzig und das Land Sachsen entwickelt.

Matthias Zimmermann
BI „Gegen die neue Flugroute“ / BI „Gegen Flug- und Bodenlärm

Zum Antrag Darlehensverzinsung!

Seit Jahren ist der Flughafen Leipzig/Halle ein Kostenfaktor im Leipziger Haushalt, vor allem auch deswegen, weil der Flughafen Jahr für Jahr ein Defizit ausweist. Um dieses zu finanzieren, haben die Eigner ein Darlehen gegeben.

»Auf Darlehen aber gibt es doch in der Regel Zinsen, wunderte sich im Dezember der Leipziger Stadtrat Bert Sander (Wählervereinigung Leipzig) und forderte die Leipziger Stadtverwaltung auf, doch endlich die Zinsen einzutreiben für den Teil, den Leipzig als Darlehensgeber verantwortet. Aber es sieht ganz so aus, dass das Gremium der Eigner sich darauf verständigt hat, dass keine Zinsen fließen.

Das geht aus einer Antwort von Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) an die Grüne-Abgeordnete Gisela Kallenbach hervor, die Anfang Januar ein entsprechendes Fragenpaket rund ums liebe Geld im Sächsischen Landtag formuliert hat: Bekommt DHL, das am Flughafen eine noch größere Abfertigungshalle baut, dafür Subventionen? Weiterlesen…

Landesdirektion Sachsen durchbricht die Schallmauer

Ein Beispiel von »unbürokratischem« Handeln versus Bürgerbeteiligung
DHL plant seine Frachtkapazität am FLH um 50 % zu erweitern. Die für dieses Vorhaben vorgesehenen Investitionen sollen sich auf immerhin 150 Mio. EUR belaufen.

Wie die LVZ vom 12.02.2014 berichtet, wurde der Antrag zur dafür erforderlichen 10. Änderung zum Planfeststellungsbeschluss „Start- und Landebahn Süd mit Vorfeld“ vom FLH erst am 14.1.2014 gestellt. Umgehend, also innerhalb weniger Tage, leitete die Landesdirektion Sachsen das sogenannte Anhörungsverfahren ein, und bereits am 13.2.2014, also gerade mal 4 Wochen nach Einreichung des besagten Antrages auf 10. Änderung, soll der Stadtrat von Schkeuditz über den Planfeststellungsbeschluss entscheiden. Bis zum 25.2.2014 wird der Stadt Schkeuditz und dem Landratsamt Nordsachsen noch Zeit für ihre finale Stellungnahmen gewährt. Es scheint geradezu so, als übertrage sich die hohe Geschwindigkeit der Fluggeräte nunmehr auch auf die Planungsprozesse – Hut ab, Chapeau! Weiterlesen…

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