Geschichte der WVL

Die Geschichte der Wählervereinigung Leipzig e.V. (WVL)

Damit Sie liebe Gäste wissen, bei wem Sie sich fortan vielleicht engagieren möchten, stelle ich Ihnen die Geschichte der WVL an Hand einiger weniger Eckdaten vor. Die im Sommer von uns verabschiedeten Leitlinien und unsere Grundsatzerklärung stellt Ihnen im Anschluss unser Vorsitzender Karsten Kietz vor.

Die WVL wurde bereits 1997 gegründet. Sie gründete sich mittlerweile vor mehr als zehn Jahren als „Wählervereinigung Volkssolidarität“ durch den Stadtverband der „Volkssolidarität Leipzig e.V.“

Exkurs: Historie der „Volkssolidarität“

In diesem Zusammenhang möchte ich auch gerne einige wenige Worte zur „Volkssolidarität“ bzw. dem Stadtverband „Volkssolidarität Leipzig e.V.“ sagen.

Ausgebombte Häuser, Trümmerfelder, Chaos, Not und Elend. Dieses Bild bot sich Deutschland bei Kriegsende im Jahre 1945. Solidarität üben und denjenigen helfen, die das Schicksal am schlimmsten getroffen hat, dieser Gedanke griff mehr und mehr um sich. Allmählich entwickelte sich daraus im Osten Deutschlands eine organisierte Selbsthilfe der Bevölkerung. Aus den Wurzeln dieser Bewegung – Nächstenliebe und Menschlichkeit – entstand eine breite Volksbewegung, die „Volkssolidarität“. Die Bewegung der „Volkssolidarität“ formierte sich in allen Ländern der sowjetisch besetzten Zone. Es nahmen die katholische und evangelische Kirche, Gewerkschaften, Frauen- und Jugendorganisationen ebenso Anteil wie die damals zugelassenen Parteien und Organisationen. In Sachsen entstand die „Volkssolidarität gegen Wintersnot“. Um aber Not und Elend des Volkes wirklich lindern zu können, war es erforderlich, die Aktionen der einzelnen Länder zu koordinieren und gemeinsam die planmäßige Hilfe für die Not leidende Bevölkerung zu organisieren. Deshalb beschlossen am 24. Oktober 1945 3.000 Delegierte in Dresden die Gründung der „Volkssolidarität“.

Seit der Neugründung als eingetragener Verein am 5. April 1990 hat sich die „Volkssolidarität – Stadtverband Leipzig e.V.“ zu einem zuverlässigen Partner der sozialen Wohlfahrtspflege in der Stadt Leipzig entwickelt. Sie hat sich neue Tätigkeitsfelder erschlossen und ihr Aufgabenspektrum ständig erweitert. Vertreter des Stadtverbandes treten heute für die Interessen älterer, hilfebedürftiger, sozial benachteiligter Menschen sowie von Kindern, Jugendlichen und Familien aktiv ein. An dieser Stelle sei ihnen und den mehr als 500 ehrenamtlichen Helfern, die für soziale und kulturelle Betreuung sowie Geborgenheit und soziale Wärme sorgen, ein besonderer Dank gesagt.

Die WVL, die sich damals noch „Wählervereinigung Solidarität“ nannte, trat 1999 zum ersten Mal bei den Kommunalwahlen an. Sie erhielt 2,6 % der abgegebenen Wählerstimmen und war im Leipziger Stadtrat bis 2004 mit einem Sitz vertreten. Es erfolgte der Beitritt zur Bürgerfraktion. Die Wählervereinigung stellte darüber hinaus einen Stadtbezirksbeirat und einen Seniorenbeirat.

Mit dem Anspruch nicht nur als bloße Interessenvertretung weiter wahrgenommen zu werden, sondern auch die Bereitschaft zur Gesamtverantwortung für das städtische Gemeinwohl deutlich zu machen, wurde der Name der Wählervereinigung im September 1999 um den Zusatz „Bürgerallianz“ ergänzt. Unter Federführung der damaligen Vorsitzenden und heutigen Seniorenbeirätin Irmhild Mummert gelang es der Wählervereinigung bei den Stadtratswahlen 2004 ihr Ergebnis von 1999 zu halten. Es erfolgte erneut der Beitritt zur Bürgerfraktion. Fort an stellte die Wählervereinigung bis März 2007 einen Stadtrat und darüber hinaus zwei Stadtbezirksbeiräte, einen Seniorenbeirat, einen Behindertenbeirat sowie einen Kinder- und Jugendbeirat.

Ab Dezember 2005 nennt sich unsere Wählervereinigung nun „WVL – Wählervereinigung Leipzig e.V.“. Bei den Oberbürgermeisterwahlen 2006 hat die WVL den parteiunabhängigen und damals erst 24-jährigen Bewerber Benedict Rehbein unterstützt.

Im März 2007 trat Stadtrat René Wiesner, der 2004 für die Wählervereinigung bei den Stadtratswahlen antrat, der F.D.P. bei. Nach dem Wechsel von René Wiesner zur F.D.P. und dem aus persönlichen Gründen vollzogenen Rücktritt des Vorsitzenden Uwe Hesse stand die WVL im Herbst 2007 vor einer Neuordnung.

Die Wählervereinigung Leipzig hat diese Turbulenzen überstanden, sich neu formiert und die Kommunalpolitik der Stadt fest im Blick. Im Monat November 2007 wurde Karsten Kietz zum Vorsitzenden der WVL und mit ihm Falko Bestfleisch zu seinen Stellvertretern gewählt.

In den folgenden 10 Jahren hat die Wählervereinigung sich zu einer festen Größe in der Kommunalpolitik der Stadt Leipzig etabliert.

Das Bündnis zur Unterstützung des freien Oberbürgermeisterkandidaten Dirk Feiertag, die Aktivitäten im Landesverband FREIE WÄHLER Sachsen e.V., mehrere Abgeordnete im Stadtrat, in Fach- und Stadtbezirksbeiräten sowie eine Vielzahl von Kampagnen in Leipzig (z.Bsp. die Privatisierungsbremse, die Interessengemeinschaft gegen Fluglärm, die IG Fortuna – Kino der Jugend u.v.a.) sind Ausdruck der Entwicklung des kommunalpolitischen Vereins.

Der WVL kann ein bedeutender Anteil an der Gründung der parteiähnichen Struktur FREIE WÄHLER SACHSEN und dem letztendlichen Übergang dieser als Landesvereinigung Sachsen in die Bundespartei FREIE WÄHLER bescheinigt werden.